Derzeit sind Medizinstudierende unserer Fakultät in verschiedensten Bereichen im Einsatz, um bei der Bewältigung der „Corona-Krise“ mitzuhelfen. Diese „Krisenhelfer“ leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Stabilisierung der medizinischen Versorgungslage, nicht nur am UKJ.

Insgesamt haben sich etwa 700 Studierende als Helfer gemeldet. Die überwiegende Mehrheit studiert Medizin, aber auch weitere Studiengänge unserer Fakultät sowie Studierende anderer Gesundheitsberufe (z.B. Notfallsanitäter) sind miteingebunden. Dafür kooperieren wir mit der Ernst-Abbe-Hochschule.

Für die Koordination des Einsatzes ist Florian verantwortlich. Er vertritt uns auch im Krisenstab des Universitätsklinikums.

Wo sind Studierende im Einsatz?

Je nach Qualifikation der Krisenhelfer werden ganz unterschiedliche Aufgaben übernommen, einige davon wollen wir euch hier genauer vorstellen.

Zentrale Notaufnahme

Das erste Einsatzgebiet, das mit studentischen Krisenhelfer unterstützt wurde war die Zentrale Notaufnahme des UKJ. Als erste Anlaufstelle für alle Patienten des UKJ stellt die ZNA einen der Hotspots für die Patientenversorgung dar. Eine besondere Herausforderung ist es dabei Corona-Patienten von Verdachtsfällen und den „normalen“ Patienten ohne Hinweise auf COVID-19 zu trennen. Um das zu realisieren wurde die ZNA deutlich erweitert. Dafür wurden die Fahrzeughalle sowie unsere allseits beliebten Seminarcontainer zu Warte- und Behandlungsbereichen umgebaut. Durch diese Erweiterung wird natürlich deutlich mehr Personal benötigt als sonst, ohne studentische Unterstützung wäre der Betrieb kaum zu bewerkstelligen gewesen. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 16 Studierende pro Tag eingebunden.
Das Bild zeigt die Fahrzeughalle der ZNA nach der Erweiterung (Foto: UKJ)

Gesundheitsamt

Nicht nur das Universitätsklinikum wird durch Studierende unterstützt. Auch die Stadt Jena, genauer gesagt der Fachdienst Gesundheit, also das Gesundheitsamt benötigte unsere Hilfe. Hier übernehmen Studierende aus der Vorklinik aber auch Zahnmediziner Tätigkeiten im sogenannten „Ermittlerdienst“. Dabei geht es darum telefonisch Kontaktpersonen von Infizierten abzufragen und ggf. Quarantäne zu verhängen. Täglich sind hier bis zu fünf Studierende im Einsatz.

Intensivstationen

Als kritischer Bereich für die Versorgung von COVID-Patienten wurde auch die Intensivkapazität des UKJ deutlich erhöht, um eine Lage ähnlich der in Italien auf jeden Fall zu vermeiden. Um die erweiterten Bereiche betreiben zu können wurden auch hier Krisenhelfer eingesetzt. Insbesondere Studierende mit Erfahrung in der Intensivmedizin oder medizinischen Vorausbildungen wurden in einem Tagestraining im SkillsLab speziell für diesen Einsatz geschult.

Weitere Einsatzorte

Das waren aber noch längst nicht alle Orte, an denen Studierende tätig sind.

Am UKJ helfen Studierende den Patienten dabei auch zu Zeiten des Besuchsverbotes mit ihren Angehörigen in Kontakt zu bleiben, zum Einsatz kommen dabei unter anderem Videochats. Besonders wertvoll war diese Kommunikationsunterstützung an den Osterfeiertagen, die man sonst auch als Patient gerne mit der Familie verbracht hätte. Durch die Krisenhelfer war das zumindest in einer Minimalvariante möglich.

Auch der psychologische Dienst, die diagnostischen Laboratorien sowie die Strahlentherapie werden zur Zeit durch Studierende unterstützt.

Neben dem Gesundheitsamt Jena gibt es auch noch weitere externe Einsatzorte, z.B. die Landesvermittlungszentrale der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen oder die Fiebersprechstunde der Stadt Weimar.

Aktuell ist außerdem ein „Feldeinsatz“ für die COVID-Forschung in Vorbereitung. Dabei soll im Hotspot Neustadt am Rennsteig die gesamte Bevölkerung untersucht werden. Vier Studierende werden das Forschungsteam bei ihrer Aufgabe unterstützen. (Weitere Infos dazu hier)

Wie funktioniert die Planung?

Zur Einsatzplanung wird vor allem DOSIS genutzt. Dort kann man sich zu Schichten und Schulungsterminen wie sonst zu Lehrveranstaltungen anmelden. Zuvor werden von allen Krisenhelfern Angaben zu bisherigen Erfahrungen sowie zur Erreichbarkeit abgefragt. Mit diesen Angaben ist es dann möglich jedem Studierenden die geeigneten Anmeldeoptionen freizugeben.

Wie ist das Ganze entstanden?

Bereits vor einiger Zeit hatte der Medizinische Vorstand des UKJ darum gebeten, sich bei Interesse an der Unterstützung des UKJ in eine Liste einzutragen. Damals gab es aber noch kein Konzept wie es ab da weitergehen soll und keine etablierten Kommunikationskanäle. So richtig angefangen hat alles dann am dritten Märzwochenende als sich spontan ein großer Unterstützungsbedarf in der Zentralen Notaufnahme ergeben hat. In einer Telefonkonferenz samstags um 22:00 hat sich Florian gemeinsam mit dem Leiter des Katastrophenschutzes am UKJ und einem IT-Mitarbeiter ein Konzept überlegt, wie man schnellstmöglich hilfsbereite Studierende in die ZNA bringen könnte. Das waren die ersten in DOSIS eingetragenen Krisenhelferschichten. Seitdem ist das Projekt stetig gewachsen und aus dem Gesamtkonzept zur COVID-Bewältigung nicht mehr wegzudenken.

Lust mitzuhelfen?

Du hättest Interesse, dich gegen Corona zu engagieren? Toll! Auch aktuell werden noch Helfer gesucht. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Alle Infos dazu findest du hier.