Im ersten Semester startet ihr in Jena direkt rein ins Programm der medizinischen Ausbildung. Auf dem Plan stehen die Grundlagen in Biologie, Chemie und Physik, die allgemeine Anatomie und Anatomie des Bewegungssystems, parallel dazu Histologie, außerdem Medizinische Terminologie und in den Semesterferien Berufsfelderkundung.

Anatomie

Je nach Stundenplan beginnt gleich am ersten Tag der Präparierkurs (in Studierendendeutsch „Präppen“, „Präp-Kurs“). Das ist eine echt spannende Sache, der ihr aber vermutlich zu Anfang mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen werdet, die wir vollkommen verstehen. Eure Dozierenden übrigens auch! Also keine Scheu – der erste Tag auf dem Präpariersaal war für uns alle sehr gewöhnungsbedürftig. Ein gutes Frühstück und ausreichend trinken vorher hilft. Packt vielleicht auch eine Extra-Packung Traubenzucker ein. Tatsächlich ist fast jedem von uns beim Anblick der Präparate und unter dem ungewöhnlichen Geruch (Formalin – die Flüssigkeit, in welche die Präparate eingelegt werden, um sie haltbar zu machen) entsprechend mulmig geworden. Aber ihr könnt uns glauben, die Gewöhnung folgt tatsächlich. Vielleicht nicht unbedingt ans Formalin, aber doch an den Umstand zu präparieren. Ihr werdet in zwei Durchgängen arbeiten – die eine Hälfte der Seminargruppe beginnt sofort, die andere später. Eure/r Seminarleitende wird euch begleiten, außerdem hat jede Seminargruppe eine/n Präp-TutorIn, welcher möglichst in allen Stunden dabei sein wird. Seid ihr fertig mit eurem Präparat, werdet ihr im „Arbeitstestat“ euer Ergebnis den anderen eurer Seminargruppe vorstellen und müsst ein paar Fragen des Dozierenden beantworten.

Für das Präparieren braucht ihr einen weißen Kittel, Einmalhandschuhe und Präparier-Besteck. Das könnt ihr alles im Fachschaftsbüro zu den Verkaufszeiten der SEG-Med (aktuell montags 17-18 Uhr) erwerben. Für die Testatkarte, die Kennkarte und die Leihkarte braucht ihr 3 Passbilder (keine Sorge, die müssen nicht biometrisch sein). Außerdem benötigt ihr ein Vorhängeschloss, um euren Spind, den ihr euch meistens zu dritt teilen werdet, in der Anatomie abschließen zu können (Zahlenschlösser haben sich bewährt).Thematisch dreht es sich um den Aufbau des Bewegungsapparates. Es gibt eine Seminar-begleitende Vorlesung zur topografischen Anatomie größtenteils von Frau Dr. Biedermann. Zu Beginn liest Dr. Lemke die allgemeine Anatomie und Prof. Redies die allgemeine Embryologie. Zusätzlich hält ein Facharzt für Orthopädie eine Gastvorlesung zum Thema Klinische Anatomie. In den Seminaren werdet ihr das theoretische Wissen, sowie die Grundlagen zum Präparieren mit eurem Seminarleiter besprechen und festigen. Es lohnt sich, diese Seminare vorzubereiten, damit ihr eure Fragen gleich passend zum Thema loswerden könnt.

Prüfungen

Euer Wissen beweisen müsst ihr (außer im Arbeitstestat) in drei großen Testaten an Studien-Präparaten. Ihr werdet dabei jeweils in Kleingruppen (meist zu viert) geprüft. I.d.R. ist der/die Prüfende gleichzeitig der/die Seminarleitende; er wird mit eurem Seminargruppensprecher die Termine absprechen.  Vor den Testaten gibt es Repetitorien auf dem Präpsaal, bei denen ältere Studierende im Stationsbetrieb das Wichtigste zu den Testat-Themen nochmal zusammenfassen, Kontrollfragen stellen, sowie eure Fragen beantworten.Zusätzlich wird am Ende des Semesters eine schriftliche Multiple Choice (MC) Klausur geschrieben.                                                                                P.S. MC heißt, dass unter fünf Antwortmöglichkeiten max. eine Antwort richtig ist und ihr fürs Falschkreuzen keine Minuspunkte bekommt!

Links

Institut für Anatomie I -> Hier findet ihr:  Vorlesungsplan, Präparieranweisung, Spindverteilung, Seminarinhalte, Scheinvergabeordnung und vieles mehr…

Histologie

Veranstaltungen

Die Vorlesungen zur Histologie beginnen erst später (ca. Ende November). Ihr findet sie auf dem Stundenplan eingegliedert in die Vorlesungen zur Anatomie. In der Histologie wird im Gegensatz zur makroskopischen Anatomie die mikroskopische Anatomie betrachtet. Deshalb zählt sie als Anatomisches Institut II. Wörtlich übersetzt heißt Histologie Gewebelehre. Das erste Semester behandelt die allgemeinen Grundlagen (Aufbau von Zellen und spezialisierten Zellverbänden). Betrachtet werden ausschließlich Präparate von gesunden Organen – auch in den folgenden zwei Semestern. Auf die pathologischen Histo-Kurse dürft ihr euch erst in der Klinik freuen. In den wöchentlichen Mikroskopierkursen („Histo-Kurs“, ca. ab Anfang Dezember) lernt ihr den Umgang mit dem Mikroskop und betrachtet Präparate zum jeweiligen Themengebiet. In den Kursen besteht Anwesenheitspflicht. Diese wird übrigens über euren Sitzplatz kontrolliert, d.h. man darf nicht mitten im Semester den Sitzplatz wechseln!

Prüfungen

Es finden insgesamt 7 (kleine) schriftliche Leistungskontrollen statt, in denen ihr je 10 Fragen zu den gezeigten Präparaten stichpunktartig beantworten müsst, 2 davon im ersten Semester. Dabei wird jeweils ein Präparat über den Beamer gezeigt und ihr habt auf eurem Fragebogen zu jedem Präparat eine Frage. Selbst mikroskopieren müsst ihr dabei also nicht – ihr könnt euch voll und ganz auf die Frage konzentrieren. Das einzige Mal, dass ihr in der Prüfung selbst ans Mikroskop müsst, ist beim Abschlusstestat im 3. Semester.

Links

Institut für Anatomie II -> Hier findet ihr eine Vorlesungsübersicht, Platzverteilung und den Kursplan.

Physik

Veranstaltungen

Zur Physik gibt es eine Vorlesung von Prof. Schmidl. Er führt euch wunderbar und wirklich unterhaltsam durch die für eine/n MedizinerIn relevanten physikalischen Grundlagen zur Mechanik, Elektro- und Thermodynamik, Optik und Strahlentheorie. Nebenher gibt es alle zwei Wochen ein Physik-Praktikum. Hier werdet ihr meistens unter Betreuung von Physik-Studierenden verschiedene physikalische Versuche (insgesamt sechs) durchführen und protokollieren müssen. Die Versuche sind leider nicht parallel zur Vorlesung, sowie teilweise stark theoretisiert und für Physikunwissende schwer zu verstehen – lest euch vielleicht zunächst den Inhalt der Versuchsanleitung einmal durch, damit ihr wisst worum es geht. Schnappt euch dann ein gutes Physik-Buch (z.B. aus der Bibliothek) und macht euch damit nochmal über die Grundlagen her – danach sieht die Versuchsanleitung vielleicht schon gar nicht mehr ganz so arg kompliziert aus und der Versuch wird sogar interessant. Mit ein bisschen Vorbereitung werdet ihr also auch das gut meistern können! Und ihr werdet euch wundern, wie oft ihr später über dieses Wissen noch stolpert. In den Protokollen wünschen die PhysikerInnen eine vollständige Ausführung auch von Versuchsaufbau und Durchführung, sowie eine vollständige Fehleranalyse. Nervt dazu im Zweifelsfall eure Betreuenden.

Zusätzlich hilfreich für das Verstehen des Stoffes sind auch die wöchentlich stattfindenen Tutorien, meist durchgeführt von Physik-Lehramtsstudenten, in denen ihr all eure Fragen loswerden könnt.

Prüfungen

Im Praktikum müsst ihr drei Kolloquien (das sind kleine mündliche Mini-Prüfungen) i.d.R. alle 2 Praktika, , bestehen. Dafür gibt es Punkte und am Ende müssen in der Summe mindestens 4,5 Punkte erreicht sein. Häufig werden auch sogenannte Antestate durchgeführt, mit denen die Betreuenden testen wollen, ob ihr euch auf das Praktikum vorbereitet habt. Die Abzeichnung der Praktikumsprotokolle ist eine zusätzliche Voraussetzung für den Scheinerwerb. Sie müssen innerhalb einer Woche nach dem Praktikum abgegeben werden (Einzuwerfen in den Briefkasten des Betreuenden im Institut) – es lohnt sich die Protokolle gleich ordentlich zu gestalten, denn wer schlampig arbeitet, darf das Protokoll nachbessern. Am Ende des Semesters folgt eine schriftliche MC-Klausur auf Basis der Vorlesung. Zur Vorbereitung werden Tutorien und Probe-Fragen – die legendären 100 Fragen – angeboten.

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Informationen zum Praktikum

Chemie

Veranstaltungen

In der Vorlesung  werden zunächst die Grundlagen der anorganischen Chemie, d.h. Struktur und Aufbau der Materie, allgemeine chemische Reaktionen und Energetik behandelt. Das Skript zur Vorlesung findet ihr auf der Internetseite. Danach folgt die organische Chemie: Struktur, Eigenschaften und Reaktionen organischer Verbindungen und Biomoleküle. Parallel wird die Theorie in einem wöchentlichen Seminar mit festem Seminarleiter besprochen. Zur Vorbereitung gibt es Übungsaufgaben. 

In den Semesterferien nach Ende des ersten Semesters findet ein Blockpraktikum statt. Die Gruppeneinteilung findet ihr im Voraus auf der Seite des Studiendekanats. Das Praktikum geht über fünf Tage und beinhaltet dementsprechend fünf Versuche. Ihr arbeitet in Zweiergruppen und müsst die Versuchsergebnisse protokollieren. Es reicht Beobachtung und Versuchsergebnis festzuhalten, sowie die gestellten Fragen zum Versuch zu beantworten. Vergesst nicht, den Nachweiszettel vom Betreuer abzeichnen zu lassen!

Es gibt auch Repetitorien über die man sich in DOSIS einschreiben kann. Allerdings kann man auch so hingehen. Bei Problemen mit dem Seminarleiter o.ä. wendet euch am besten immer direkt an Dr. Koschella. Er ist wirklich nett und bemüht, euch zu helfen.

Prüfungen

In den Seminaren wird jeweils am Ende ein so genannter Quickie geschrieben – das sind kleine Mini-Tests bestehend aus vier MC-Fragen zum jeweiligen Seminarthema. Diese Tests dienen v.a. der Selbstkontrolle und werden nicht benotet. Am Semesterende findet eine schriftliche MC-Klausur statt. Auch während des Praktikums solltet ihr den Stoff mit den entsprechenden Grundlagen aus der Vorlesung verstanden und parat haben, denn es gilt zwei mündliche Kolloquien zu bestehen. Man wird i.d.R. ohne Vorankündigung zu viert von einem Betreuer zur Seite genommen und zum gesamten Vorlesungsstoff ausgefragt. Das Ergebnis sowie die Protokolle werden benotet.

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Materialien und Informationen

Biologie

Veranstaltungen         

Biologie umfasst die allgemeine Zelllehre, Genetik und Grundlagen zur Mikrobiologie und Ökologie. Die Vorlesung wird von verschiedenen Dozierenden des Institutes für Humangenetik gehalten. Verschiedenen Themen werdet ihr in Biochemie und Mikrobiologie später wieder begegnen. Es ist also primär wichtig, dass ihr die Grundlagen verstanden habt! Außerdem gibt es ein Praktikum mit 9 Versuchen, die auf das 1. und 2. Semester aufgeteilt sind. Ihr werdet viel mikroskopieren und zeichnen und zwar allerlei Erreger, außerdem werdet ihr eure Blutgruppe bestimmen u.a.m.

Prüfungen

Eine schriftliche MC-Klausur zur Vorlesung zum Semesterende. Wichtig: Habt ihr diese nicht bestanden, könnt ihr trotzdem am Praktikum teilnehmen!

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Vorlesungsskripte
Material zum Praktikum

Medizinische Terminologie

Veranstaltungen

Medizinische Terminologie meint ein wöchentliches Seminar (nicht vom Stundenplan verwirren lassen, hier steht „Praktikum“) zu den Grundlagen der lateinischen Sprache speziell für den Mediziner. In Jena müssen hier alle durch – auch diejenigen, welche das Latinum schon mit Bravour erworben haben! Für Nicht-Lateiner: Ihr lernt hier Konjugieren und Deklinieren der lateinischen Begriffe, sowie ein Grundvokabular zu den relevanten anatomischen Begriffen. Seid nicht genervt – das Erlernen ist sinnvoll! Es gibt nämlich doch ein Prinzip hinter den kryptischen anatomischen Bezeichnungen. Habt ihr das einmal verstanden, könnt ihr euch die Begriffe viel leichter merken oder andersherum Funktionen aus der Bedeutung ableiten. Und auch die Dozierenden der Anatomie haben es lieber, wenn ihr die lateinischen Endungen nicht vollständig über den Haufen werft!

Prüfungen

Eine schriftliche Klausur vor Weihnachten, oder für die Latein-Kenner vorgezogen ca. Anfang November.

Berufsfelderkundung

Veranstaltungen

Die Berufsfelderkundung dient dem Kennenlernen der ärztlichen Tätigkeitsfelder und der späteren Möglichkeiten des medizinischen Berufes. Sie umfasst im ersten Semester eine Reihe von informativen Vorlesungen. Bis zum Ende des zweiten Semesters müssen dann in Eigeninitiative verschiedene Kurzpraktika abgeleistet werden. Diese dauern von ein paar Stunden bis zu einem ganzen Tag. Ihr sollt die Möglichkeit bekommen, in verschiedene Institutionen eines Klinikums reinzuschnuppern. Zum Nachweis der Teilnahme werden die geleisteten Stunden in Punkte umgerechnet – für den Besuch einer Vorlesungsstunde gibt es einen Punkt, für eine Praktikumsstunde zwei Punkte (Stunde = 45 min!). Zum Erwerb des Scheines muss eine bestimmte Punktzahl erreicht werden. Genaueres dazu findet ihr in der Scheinvergabeordnung. Achtet auf die Unterscheidung zwischen internen Praktika (Praktikum an Einrichtungen des Uniklinikums Jena) und externen Praktika, sowie die Vorgaben dazu.

Prüfungen

Eine Prüfung gibt es nicht. Nur den ausgefüllten Nachweiszettel, den ihr im Institut für Medizinische Psychologie in der Stoystr. i.d.R. bis Ende September, d.h. Ende des 2. FS, abgeben müsst.

Links

Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie -> Hier findet ihr Informationen zum Ablauf und Unterlagen

Einführung in die klinische Medizin

EKM-Veranstaltungen sollen euch einen ersten Einblick in die klinische Medizin bieten. Es gibt einige Pflichtvorlesungen im 1. Semester sowie den SkillsLab-Kurs „Hygienische Händedesinfektion“ (für manche erst im 2. Semester), was aber auch fest in eurem Stundenplan steht. Zudem müssen im 4. Semester 2 Patientenvorstellungen besucht werden (Einschreibung über DOSIS). Ansonsten habt ihr 4 Semester Zeit, die restlichen Stunden zu füllen. Jedes Semester gibt es eine Liste mit vielen verschiedenen Angeboten unterschiedlicher Natur (Seminar, Vorträge, Praktika, etc.). Teilweise werden auch Veranstaltungen in der vorlesungsfreien Zeit angeboten. Die Einschreibung hierfür erfolgt ebenfalls über DOSIS. Den entsprechenden Stundenzettel findet ihr auf der Seite des Dekanats.