Was ist eine Berufungskommission?

Immer wenn eine Professor*innenstelle frei wird bzw. eine neue geschaffen wird, gibt es ein sogenanntes Berufungsverfahren, um eine/n geeignete/n Kandidaten/in zu finden. D.h. die Stelle wird ausgeschrieben und es gehen mehr oder weniger Bewerbungen ein. Dann setzt der Fakultätsrat eine Kommission ein, die aus den Bewerbenden die passendsten auswählt und mit denen dann konkrete Verhandlungen (über Geld, Mitarbeiter*innenstellen usw.) geführt werden. In diesen Kommissionen sind aber nicht nur Professor*innen, sondern auch Mitarbeitende aus dem sogenannten Mittelbau (das sind alle anderen Institutsmitarbeiter*innen, wie Doktor*innen, MTAs, Assistenzärzt*innen usw.) und meist zwei Studierende vertreten. Deren Aufgabe ist es dann im Besonderen die Kandidaten auf ihre Lehrfähigkeiten zu sondieren. Das passiert z.B. indem man die Fachschaft ihrer bisherigen Uni anmailt und fragt ob sie etwas zu dem Kandidaten sagen oder evtl. sogar Evaluierungsergebnisse weiterreichen können. Das Wichtigste ist aber das „Vorsingen“. Aus den Bewerbenden werden (meist 6 Kandidat*innen) zu einem Probevortrag eingeladen (der dauert in der Regel eine halbe Stunde mit anschließendem Gespräch). Diese Vorträge finden meist an einem Tag mit anschließender Diskussion der Kommission statt. Danach wird eine Liste erstellt (meist eine 3-er-Liste) in der die besten Kandidat*innen in eine Reihenfolge gebracht werden. Zusätzlich werden auch noch externe Gutachten eingeholt, um die Kandiat*innen auch noch von Dritten beurteilen zu lassen.

Alles in allem ist so ein Berufungsverfahren eine spannende Sache. Vor allem, weil man mal erlebt, dass auch die Profs durch ein gehöriges Auswahlverfahren müssen, um ihre Stelle zu bekommen (auch wenn man das bei manchen Profs nicht glauben mag…). Besonders wenn man selbst evtl. nach dem Studium an der Uni bleiben möchte kann es nicht schaden, dieses Procedere auch mal aus dieser Perspektive erlebt zu haben. Außerdem hat man durch diese Kommission die Möglichkeit selbst Einfluss zu nehmen, wer eine neue Professur bekommt und das er/sie auch geeignet ist um z.B. gute Lehre anzubieten. Drittens hört man ziemlich spannende Vorträge zu den aktuellsten Forschungen in dem Themengebiet das besetzt werden soll – das ist natürlich vor allem dann toll, wenn man sich selbst für dieses Thema interessiert. Natürlich ist es auch interessant mal ein paar Profs kennenzulernen – in den Sitzungen geht es teilweise sehr gemütlich zu, sodass man auch ins plaudern kommt.

Zeitlich ist das nicht so aufwendig. Es gibt insgesamt 3 oder 4 Sitzungen von denen nur die mit den Probevorträgen länger dauert (meist einen ganzen Vormittag).

Ich hoffe euch die Sache etwas schmackhaft gemacht zu haben, sodass sich der eine oder andere Interesse daran hat, das auch mal zu erleben.

Bitte meldet euch bei Interesse bei uns. Mehr als euren Namen und eine E-Mail-Adresse brauchen wir auch vorerst nicht von euch. D.h. ihr müsst weder formale Bewerbungen noch mehrseitige Lebensläufe schicken 🙂

Schreibt uns einfach euer Interesse an fachschaftsrat@med.uni-jena.de