Warum Gebärdensprache lernen?

Als Medizinstudierende habt ihr die exklusive Gelegenheit die Deutsche Gebärdensprache zu
erlernen. Ihr lernt, euch gekonnt mit Händen und Füßen zu unterhalten. Insbesondere als
Mediziner steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihr in Kontakt mit gehörlosen Menschen kommt. Da
kann es sehr hilfreich sein, sich direkt selbst mit dem Patienten verständigen zu können –
zumindest mal in den grundlegend wichtigen Dingen. Dies spart euch wertvolle Zeit auf einen
Dolmetscher zu warten und schafft zudem gleich ein besseres Arzt-Patienten-Verhältnis.
Da ihr euch außerdem in jedem Semester für die Kurse Einschreiben könnt ist es eine tolle
Möglichkeit semesterübergreifend neue Kontakte zu knüpfen.

Wie ist der Kurs aufgebaut?

Aufgebaut ist der Kurs ähnlich wie jeder andere Sprachunterricht auch: zunächst einmal lernt ihr
das Fingeralphabet – die Grundlage der Gebärdensprache. Auch ein paar wenige Grundlagen zur
„Grammatik“ und Satzbau sind am Anfang wichtig. Zum Gebärden braucht man übrigens nicht
nur seine Hände. Mimik und auch das Aussprechen mancher Wörter sind ungemein wichtig.
Danach werden die Gebärden („Vokabeln“) in ganz verschiedenen Themenblöcken (bspw. Zeit,
Familie, Berufsleben, Hobbys, Patientengespräch u.v.m.) vermittelt.
Ein Kurs besteht aus bis zu 20 Teilnehmern.

Anfängerkurs: DGS I

Nur in der allerersten Kursstunde ist eine Dolmetscherin anwesend, da die Dozentin selbst
gehörlos ist. Sie stellt sich euch vor und ihr könnt ihr alle Fragen stellen, die euch auf der Seele
brennen. Die Dozentin ist eine unglaublich offene und aufgeschlossene Person, die ihr schnell ins
Herz schließen werdet. Danach übt ihr das Fingeralphabet bis eure Finger verkrampfen und ihr
lernt wie ihr euch vorstellt. Irgendwann bekommt ihr übrigens auch einen Gebärdennamen. Diesen
gibt man sich nicht selbst, sondern bekommt ihn von der Dozentin oder nach Diskussion mit den
restlichen Kursteilnehmern.

Fortgeschrittene Kurse: DGS II, III, IV, V

In nahezu jedem fortgeschrittenem Kurs gibt es zu Beginn eine Phase, in der ihr euch zu zweit
oder dritt unterhaltet – über alles, was euch so einfällt. Hier könnt ihr Wörter sammeln, deren
Gebärde ihr noch nicht kennt – bis dahin müsst ihr eben eure Finger-Buchstabierfähigkeit
perfektionieren. Die Dozentin zeigt dem gesamten Kurs die neuen Gebärden dann im Nachhinein,
bevor es mit einer Wiederholung des letzten Kursthemas oder einem neuen Themenblock
weitergeht.

Wann findet der Kurs statt?

In der Regel gibt es immer dienstags und donnerstags von 18 bis 19:30 Uhr einen Kurs. Pro Kurs
sind es immer 10 Termine im Semester.

Wie melde ich mich an?

In der Regel gibt es jedes Semester 2 Kurse.
Beinahe jedes Semester gibt es einen Anfängerkurs und einen fortgeschrittenen Kurs für die ihr
euch über DOSIS einschreiben könnt.
Da es pro Semester meist nur einen fortgeschrittenen Kurs gibt, ist es egal, in welcher
Reihenfolge ihr diese absolviert. Wichtig ist nur, dass ihr bereits am DGS I teilgenommen habt.
Die genauen Informationen zur Einschreibung/Anmeldung erhaltet ihr ein paar Wochen vor
Vorlesungsbeginn per Mail über euren Jahrgangsverteiler. Zudem werden die Informationen auch
auf der Facebook-Seite der Fachschaft gepostet.

Kosten

Die Kursgebühr beträgt 50€ pro Teilnehmer. Da die Fachschaft die Kurse allerdings jedes
Semester bezuschusst, sinkt der Beitrag je nach Teilnehmerzahl auf 30-40€ Eigenanteil.

Zertifikat und Anrechnung im Studium

Sofern ihr an 85% der Veranstaltungen (also mindestens 9 von 10 Terminen) teilgenommen habt,
bekommt ihr ein tolles Teilnehmerzertifikat der Gebärdensprachschule Thüringens (GSST).

Da es in diesem Fach keine Prüfung gibt, wird dieser Kurs leider nicht als Wahlpflichtfach in der
Vorklinik angerechnet.

Ab dem 6. Semester könnt ihr in den Linien AoM und KoM außerdem C-Punkte sammeln.

Weitere Infos gefällig?

Noch mehr Infos könnt ihr den Seiten der GSST oder dem Flyer entnehmen.
Hier stellt sich übrigens auch die Dozentin kurz vor 😉

Noch Fragen?

Wenn ihr noch Fragen habt, wendet Euch gerne an dgs.med.jena@gmail.com.